Sie haben alle einen Namen bekommen, der eine besondere Bedeutung hat.

Aus Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, sich Namen zu merken.

Als Lehrerin musste ich zeitgleich ungefähr 200 Kinder mit ihrem Namen kennen. Mit Fächern wie Sport, Musik und Kunst habe ich natürlich in vielen Klassen Unterricht gehabt – und nicht nur in der Eigenen. Für mich war es natürlich wichtig, dass ich mir zum Namen auch das passende Gesicht gut merken konnte.

Bei meinem Kinderbuch habe ich immer versucht Namen zu wählen, die auch außerhalb der Geschichte eine Bedeutung haben. Es soll dir helfen, diese dann nicht mehr so schnell zu vergessen.

Manchmal habe ich es dabei bewusst sogar übertrieben.

Die Kinder auf dem Sachsenhof

Swantje

Swantje

Swantje ist eine der Hauptfiguren. Sie ist ein zehnjähriges Mädchen, das wegen einer Beinbehinderung nicht so gut laufen kann. Im Vorjahr hatte sie einen Unfall, bei dem sie sich ihr Bein gebrochen hatte. Leider war es nicht gut verheilt. Swantje hat rote Haare, die sich nur schlecht bändigen lassen. Sie muss ihrer Mutter auf dem Hof viel helfen. Lesen und Schreiben lernt sie dabei nicht – weiß auch gar nicht, was das ist – weil es zu der Zeit noch keine Schule für sie gab. Swantje liebt Pferde und weiß sehr viel über sie. Auch ansonsten ist sie sehr neugierig und erfährt auf diese Weise manchmal auch Dinge, die nicht für Kinderohren gedacht waren.

Eigentlich wurde sie auf den Namen "Swanhild" getauft. Am Tag ihrer Geburt hatte ihr Vater nämlich beobachtet, wie eine Schwanenmutter ihr Junges vor einem Luchs verteidigte. Swan ist nämlich das alte Wort für Schwan. Und Hild kommt von hiltja, was soviel wie Kampf bedeutet.

Willi

Willi

Willi ist einer ihrer beiden Brüder. Er ist zwölf Jahre alt und hat die braunen Haare von seiner Oma geerbt. Im Sommer wird seine Haut schnell braun. Natürlich muss auch er zusammen mit seinem Bruder auf dem Hof arbeiten: Holz sammeln und das Lagerfeuer entfachen, sowie Fische und Kleintiere fangen.

Otto

Otto

Otto ist der Älteste der Kinder. Er kann schon auf 14 Winter zurückblicken. Im nächsten Jahr wird er zu den Großen gehören. Leider benimmt er sich aber noch nicht so. Seine fahle Hautfarbe und die flachsblonden Haare zeichnen ihn als einen Westfalen aus. Auf dem Hof muss er schon viele Arbeiten erledigen. Mit seinem Speer darf er seinem Vater schon zur Jagd nach Wildschweinen begleiten. Jetzt fehlen ihm nur noch ein Sax und ein Schild.

Hildrun

Hildrun

Hildrun ist die Jüngste auf dem Sachsenhof. Sie hat schöne, lange Haare, auch wenn sie irgendwie die Farbe der Asche haben – aschblond. Leider wird sie von ihren Brüdern gerne geärgert. "Hille, Pille! Rattenhaare, Rattenfarbe, Rattenschwanz!" Sie liebt Hunde und die Farbe gelb und hasst Frösche, die auf ihren Kopf springen.

Johannes

Johannes

Johannes darf bald eine Schule besuchen. Zusammen mit Bruder Martin und seiner christlichen Familie ist er unterwegs nach Osnabrugga. Zuvor lernt er aber noch Willi kennen. Sie müssen sich erst prügeln, bevor sie Freundschaft schließen. Sein Name erinnert an Johannes den Täufer, nach dem auch die Johanni-Kirche in Billerbeck benannt wurde.

Lena

Lena ist seine jüngere Schwester. Eigentlich heißt sie ja Magdalena, aber den Namen Lena findet sie schöner. Ihr ist es egal, ob die Menschen Heiden oder Christen sind. Hauptsache sie sind nett! Lena besitzt eine Puppe, mit der auch Hille spielen darf. Ihr Name soll dich an Maria Magdalena erinnern. Sie war die treueste Gefährtin Jesus.

Die Großen auf dem Sachsenhof

Emso

Emso

Emso ist der Vater von Swantje und Hofherr des Sachsenhofes. Seine Sippe wird Emsogerna genannt. Er ist ein freier, sächsischer Bauer. Als junger Mann hat er einst gegen die Soldaten Karls des Großen gekämpft. Nun will er in Frieden leben. Seinen Hengst Sleipnir nannte er nach dem Pferd Wodans, welches acht Beine hatte.

Freya

Freya

Freya ist die Mutter von Swantje. Sie stammt aus dem Süden (südlich der Lippe), daher sind ihre Haare und ihre Haut brauner. Als Hofherrin waltet sie über Küche und Garten. Bei kleineren Krankheiten nutzt sie ihre Kräuter, die sie sammelt. Sie wurde nach der Göttin Freya benannt, der unser Wochentag, der Freitag, geweiht wurde.

Ansgar (Großvater)

Ansgar (Großvater)

Ansgar ist der Vater von Emso und fast blind, da es zu dieser Zeit noch keine Sehhilfen (Brillen) gab. Aber er hat ja seinen Hund Baldur, der auf ihn aufpasst. Der Name Ansgar steht für Gottheit und Speer – Ans und ger.

Baldur (Hund)

Baldur (der Hund)

Baldur wurde nach einem Sohn Wodans benannt. Er war ein Sonnengott und ihm wurde daher der Sonntag geweiht.

Oda (Großmutter)

Oda (Großmutter)

Oda ist Swantjes Großmutter und die Frau von Ansgar. Oda ist sehr abergläubisch. Ihre große Leidenschaft ist Handarbeit.

Kalle

Kalle

Kalle ist der Sohn von Ansgar und Oda und ein Bruder von Emso. Er ist sechsundzwanzig Jahre alt und geistigbehindert. Kalle redet wie ein kleines Kind. Zusammen mit seinem Vater hütet er die Kühe des Hofes. Sein Name ist die Abkürzung von Karl, welcher dich natürlich wieder an Karl den Großen erinnern soll.

Bruder Martin

Bruder Martin

Bruder Martin ist ein christlicher Mönch. Er begleitet Johannes und seine Familie nach Osnabrugga (Osnabrück). Sein Name soll dich an den Heiligen Martin erinnern, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte.

Thorsten

Thorsten (der Schmied)

Thorsten ist der Schmied. Er ist ein sehr wichtiger Mann im Dorf, denn er kann Waffen, Werkzeuge und vieles mehr herstellen. Sein Name bedeutet "Thors Stein" – Thor ist der germanische Donnergott.

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