„Bei allen guten Geistern, was war denn mit dem los?", entfuhr es Freya. Sie schüttelte den Kopf und wandte sich an ihren Mann. „Ich glaube, er hat große Angst!", sagte Emso. Er kannte seinen Freund schon seit ewigen Zeiten. Gemeinsam mit Herzog Widukind waren sie als junge Männer in den Krieg gegen die Franken gezogen. Thorstens Pferd war bei einem Kampf tödlich verletzt worden. Beinahe hätte es auch Thorstens Leben gekostet. Als die beiden merkten, wie unterlegen sie mit ihren Waffen den Soldaten des Königs waren, konnten Emso und Thorsten froh sein, dass sie mit Leib und Leben davonkamen.
Verstört stand Swantje da, bis ihre Mutter sie erblickte und sprach: „Oh nein, Swantje, hast du das alles gehört? Und …! Wie siehst du überhaupt aus?" Erwischt! Da brach es aus Swantje heraus. Die Tränen kamen ihr hoch und wollten gar nicht mehr aufhören. „Mutter! Mutter, ich bin hingefallen. Die Eier sind kaputt. Wer ist Widukind? Wann kommen die Soldaten? Was sind Christenmenschen? Ich habe Angst!", stammelte sie, und die Mutter hatte Mühe sie zu verstehen.
„Ist ja gut, meine Kleine! Komm in meine Arme!", versuchte Freya ihre Tochter zu beruhigen. Dabei war sie doch selbst voller Sorge. So aufgebracht hatte sie den Schmied selten erlebt. Sie wusste: Es war an der Zeit, mit den Mädchen über die Sachsenkriege zu sprechen. Daher bat sie ihren Mann, an diesem Abend die Geschichte von Widukind zu erzählen. Swantje würde spüren, dass sie ihrem Vater vertrauen konnte. So hoffte die Mutter zumindest.