In dem Buch "Kinder vom Sachsenhof" erzählt eine Mutter ihren Kindern das Märchen von "Frau Holle". Ja, es ist schon ein sehr altes Märchen. Seine Spuren lassen sich mindestens 1000 Jahre zurückverfolgen. Schon damals wurde Frau Holle als eine germanische Erdgöttin beschrieben, die den Menschen Gutes bringt, sofern sie ihr Achtung erweisen. Ihre Heimat soll bei Kassel im Land der Hessen – der früheren Franken sein.
Einer Sage nach soll sie zur Zeit der Raunächte, zwischen dem 23.Dezember und dem 5.Januar (in dieser Zeit ruhte die Hausarbeit), zur Erdoberfläche aufgestiegen sein, um nachzusehen, wer das Jahr über fleißig oder wer faul war. Im hessischen Volksmund ist Frau Holle für die Schneemenge im Winter verantwortlich, denn je gründlicher sie ihre Betten ausschüttelt, desto mehr schneit es auf der Erde.
Die Hollunder-Pflanze soll übrigens der Frau Holle geweiht sein und trägt daher ihren Namen.
Foto: Ulrike Karau
Das Märchen von "Frau Holle" wurde im Jahr 2006 mit dem Preis Deutschlands schönstes Märchen ausgezeichnet.