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Edda, Nibelungen und die Merseburger Drucken E-Mail

Fragst du dich, woher man all dieses Wissen hat? merseburger_zaubersprueche_farbig.jpg

Es sind Schriften, wie die hier, die den Menschen heute davon berichten.
Der Wortlaut hat dabei eine lange mündliche Überlieferung hinter sich.

Im 10. Jahrhundert wurden beispielsweise die Merseburger Zaubersprüche aufgeschrieben - von Mönchen:



Der erste Zauberspruch heißt:

Eris sazun idisi, sazun hera duoder
Suma hapt heptidum, suma heri lezidum
Suma clubodun umbi cuoniouidi
Insprinc haptbandum, invar vigandun 

Übersetzung:
Einst saßen Idise, saßen nieder hier und dort
Die hefteten Hafte, die hemmten das Heer,
die entflochten Glieder die Fesseln
Entspring den Banden, entfleuch den Feinden
 


 

Der Art der Zaubersprüche lag die Vorstellung zugrunde, man können die Götter durch Erinnerung an eine ähnliche frühere Situation, in der sie geholfen hatten, zum Beistand in einer gegenwärtigen Not bewegen.

So erzählt der erste Merseburger Zauberspruch folgenden Hergang in aller Kürze: Helferinnen des Schlachtengottes, Idise, rauschen nieder auf das Kampffeld, wo Krieger umzingelt, manche schon gefesselt und gefangen sind. Die himmlischen Wesen teilen sich in drei Gruppen, fesseln die Feinde (hefteten Hafte). Die anderen halten den feindlichen Ansturm auf, die dritten lösen die Bande ihrer gefangenen Schützlinge, um sie zu befreien. Wie die Idise damals geholfen haben, so möge jetzt der Lösungszauber in gleicher Not Bedrängten helfen.

  
Hier der zweite Zauberspruch übersetzt für dich:

Phol (Baldur) und Wodan ritten in den Wald,
da ward dem Fohlen Balders sein Fuß verrenkt.
Da besang ihn Sinthgunt und Sunna, ihre Schwester,
da besangen ihn Frija und Volla, ihre Schwester,
da besang ihn Wodan, wie nur er es richtig verstand:
"Wie die Beinrenke, so die Blutrenke,
so die Gliederrenke:
Bein zu Beine - Blut zu Blute!
Glied zu Gliedern, als ob sie aneinandergefügt seien!"




Die Sprüche sind in Stabreim verfasst. Der Stabreim ist Kennzeichnung und Schmuck germanischer Verse. Er ist der Gleichklang der Anlaute sinnstarker Wörter innerhalb einer Verszeile.

Du findest den Stabreim auch heute noch in unserer Sprache: Land und Leute, Haus und Hof, Nacht und Nebel, Ross und Reiter, Stock und Stein



Noch nie von den Merseburger Zaubersprüchen gehört? Das wundert nicht! Aber vielleicht hast du schon einmal vom "Ring der Nibelungen" erfahren. Nein, auch nicht! Dann frag einmal deine Eltern oder Lehrer!

Wenn sie sogar sagen können, dass sie den "Ring der Nibelungen" im Theater/in der Oper gesehen haben, wäre das etwas ganz Besonderes, denn dann haben sie insgesamt 16 Stunden Oper verfolgt.

Der deutsche Komponist Richard Wagner schuf vor mehr als 100 Jahren dieses Gesamtkunstwerk:

Der gesamte "Ring der Nibelungen" spielt am Rhein, im Rhein, unter dem Rhein, in den Gegenden um Worms und natürlich über den Wolken des Rheins.


Nach der Vorstellung der Germanen wohnen in der Tiefe  die Nixen (sie bewachen das mächtige Gold des Rheins), darüber in Nibelheim die Nibelungen (sie stehlen das Gold), auf der Erde leben die Riesen (sie sollen mit dem Gold entlohnt werden) und in den Lüften die Götter (sie überlisten die Nibelungen den Schatz herauszurücken, um  die Riesen zu entlohnen) .

Hieraus entwickelt sich letztlich die Geschichte des Nibelungenschatzes - das mächtige Gold des Rheins - der Ring der Nibelungen.

Wodan, Donar, Freya und der listige Loki kommen vor, Walküren - die Töchter des Wodans - eine davon ist Brünnhilde, aber auch Siegfried - ein Mensch und doch Enkel Wodans - tauchen auf.

Nur ein Held, der nicht an die Göttergesetze gebunden ist, kann den Ring - der mittlerweile von dem in einen Drachen verwandelten Riesen Fafner bewacht wird - zurückgewinnen........

Komplizierte Geschichte?


Aber vielleicht sagt dir noch eher der "Herr der Ringe" von Tolkien zu. Neuzeitlich verfilmt ist er nicht ganz so anspruchsvoll, aber eben so spannend.


Beide Geschichten haben als Ur-Quelle:

die Edda


- jene sagenhafte Überlieferung der germanischen Vorstellungswelt unserer Vorfahren:

Irische Liedertexte aus dem 12./13. Jahrhundert!



 
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